mini|Georg Truchsess von Waldburg-Zeil auf einem kolorierten Holzschnitt von Hans Burgkmair d. Ä. mini|Porträt des Markgrafen Kasimir mini|Konrad II. von Thüngen, Fürstbischof von Würzburg 1519–1540, Kupferstich von Johann Salver (um 1670–1738) Die Wandereisen-Holzschnitte von 1523 umfassen 23 Holzschnitte des Kriegsberichterstatters Hans Wandereisen. Im Jahr 1523 zerstörten die in ihrer Stärke deutlich überlegenen Truppen (10.000 Soldaten und 1.000 Reiter mit 100 Büchsen, 22 Kanonen und 900 Pfund Schwarzpulver)z. B. nach Reinhardt Schmalz: Der Fränkische Krieg 1523 und die Schuld der Sparnecker; In: Archiv für die Geschichte von Oberfranken 85 (2005); S. 151. Aufgrund von Listen mit den Kontingenten der einzelnen bündischen Mitglieder handelt es sich um auch in der Sekundärliteratur einheitlich angegebene Zahlen. des Schwäbischen Bundes, der aus fränkischen und schwäbischen Reichsständen bestand, insgesamt 23 sogenannte Raubnester, deren Besitzer dem Hans Thomas von Absberg bei der Entführung und Lösegelderpressung von vorwiegend Nürnberger und Augsburger Kaufleuten bis hin zu kaiserlichen Diplomaten geholfen hatten. Georg Truchsess von Waldburg-Zeil war Oberbefehlshaber des Schwäbischen Bundes, Hauptmann der berittenen Truppen war Rudolf von Ehingensiehe auch Liste schwäbischer Adelsgeschlechter und Hauptmann des Fußvolkes Jakob von Wernau. Um den einfachen Leuten, die meistens nicht lesen konnten, von den Erfolgen zu berichten, reiste Hans Wandereisen mit und fertigte Holzschnitte von den brennenden Burgen an.

Diese sind für die Heimatforschung heute bedeutend, da sie den Zustand der Burgen darstellen, bevor einige gesprengt wurden, um eine Rückkehr der Eigentümer zu verhindern. Die Ereignisse werden auch als Teil des Fränkischen Krieges bzw. der Absberger Fehde bezeichnet.siehe z. B. Einleitung von Thomas Steinmetz: Conterfei etlicher Kriegshandlungen von 1523 bis in das 1527 Jar – Zu Burgendarstellungen über die „Absberger Fehde“ oder den „Fränkischen Krieg“. In: Beiträge zur Erforschung des Odenwaldes und seiner Randlandschaften IV. Breuberg-Neustadt 1986. S. 365. Der Begriff Fränkischer Krieg ist nicht unumstritten, er wird aber in der modernen Literatur zum Thema häufig verwendet, um auch z. B. dem Aspekt des schleichenden Machtverlustes reichsfreier Ritter gegenüber den aufstrebenden Territorialstaaten und Städten Aufmerksamkeit zu zollen. Mit dem Ende des Fehdewesens zugunsten eines übergreifenden Landfriedens verlor der Ritterstand eine bislang gebräuchliche Form der Interessendurchsetzung, die schließlich zum Raubrittertum verkam.

Die Holzschnitte sind in drei Fassungen bekannt. Zusammengestellt als BurgenbuchGermanisches Nationalmuseum, Signatur G.12195 werden sie heute im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg aufbewahrt. Ebenfalls im Germanischen Nationalmuseum befinden sich unbemalte HolzschnitteGermanisches Nationalmuseum, Beiträge zur Erforschung des Odenwaldes und seiner Randlandschaften. S. 365–386. (Signatur: 8° Gt ODE E 062/3 ) (abgebildet bei 2, 14–18). Die hier gezeigten nachträglich kolorierten Holzschnitte sind Teil eines Burgenbuches der Staatsbibliothek BambergStaatsbibliothek Bamberg, Hienach stont Form vnd gestallt abbossiert die 23 Schlos So der schwebisch Bunndt hat eingenomen Vnd verprant Jm Jar 1523 Der zweier Monat Juny vnd July Auch derselbige(n) heuser name(n), an welcher gege(n)t yedes gelege(n), vn(d) wer sie d(er) zeit ingehabt hat, Auch der vo(n) Adel so durch bemelte(n) Bund zu solchem zug versolt sein. Handschriftlicher Titel auf dem Pergamenteinband: CONTRFECT ETLICHER KRIGSHANDLVNG VOM 1523. BIS IN DAS 1527. IAR. Signatur: RB.H.bell.f.1 – Insgesamt 66 Blatt, 23,5 × 30 cm. Das Burgenbuch in Bamberghttps://www.michael-giesecke.de/geschichte/typo_buchkultur/dokumente/gattungen/dokumentation/dok_flugblatt_ueber_bauernkrieg.htm ist vermutlich erst einige Jahre nach 1523 entstanden.Es beinhaltet neben den hier vorgestellten farbigen Holzschnitten noch einen weiteren Abschnitt, der sich mit den Zerstörungen fränkischer Burgen im Bauernkrieg beschäftigt. Die mehr als 260 gezeigten Burgen befanden sich überwiegend innerhalb der Bistümer Würzburg und Bamberg. Es sind pro Blatt acht Burgen in zwei Reihen eher schematisch mit einer Art Stempeltechnik dargestellt. Sie weichen damit in der Art der Darstellung und deren Qualität erheblich von den Wandereisen-Holzschnitten ab. Ein weiteres Indiz für das etwas verzögerte Entstehen dieses Burgenbuches ist der Hinweis auf das Jahr „1523“, der auf jeder Abbildung zusätzlich vermerkt wurde. Die Beschriftungen der einfarbigen und der farbigen Holzschnitte weichen in kleineren Details, wie der Schreibweise, voneinander ab.

Liste der Holzschnitte von 1523 Die nachfolgende Liste zeigt die Stationen des Zuges des Schwäbischen Bundes. Trotz vereinzelter chronologischer Unstimmigkeiten im Ablauf wurde die Reihenfolge der Bilder nach ihrer Originalbeschriftung beibehalten.

mini|links|hochkant=1.6|Marschroute des Schwäbischen Bundes bei der Strafexpedition von 1523 Das Heer des Schwäbischen Bundes unter dem Kommando von Georg Truchseß von Waldburg nahm Anfang Juni 1523 Aufstellung in Dinkelsbühl und setzte sich in Marsch, so dass es bereits am 11. Juni die Burg Vellberg (1) erreichte und bei Mergentheim sein Lager aufschlug. Die darauf folgenden Burgen (2–8) befinden sich alle im Süden von Würzburg und waren damit im Ritterkanton Odenwald gelegen. Fürstbischof des Hochstiftes Würzburg war zu diesem Zeitpunkt Konrad II. von Thüngen, der auch im Bauernkrieg auf die Hilfe des Bundes angewiesen war.Aufgrund fehlender Hinweise in der bisher verwendeten Literatur, kann die Position des Fürstbischofs noch nicht genauer umrissen werden. Er spielte in jedem Fall eine entscheidende Rolle, duldete er doch den Durchzug der bündischen Truppen, wenn er sie nicht sogar befürwortete. Es ist nach Peter Ritzmann (S. 330) bekannt, dass er durch Bittschriften erreichte, dass seine Verwandten auf der Reußenburg (9) vor weiteren Schäden in anderen Besitzungen verschont blieben. Er verhinderte vermutlich auch umfangreichere Aktivitäten nördlich des Mains, weshalb nur eine Abordnung den Fluss überquerte. Die Zerstörung der Burgen dauerte vom 12. Juni bis zum 24. Juni. Am 22. Juni lagerte das Heer bei Uffenheim, am 24. Juni bei Forchheim. Während eine Abordnung ausgesandt wurde, am 26. Juni die Reußenburg bei Bonnland zu sprengen, bewegte sich das Hauptheer weiter durch das Bamberger Land unter Fürstbischof Weigand von Redwitz und lagerte am 28. Juni bei Haßfurt.

Am 1. Juli wurden Truppach und Krögelstein (10, 11) in der Fränkischen Schweiz (gelegen im Ritterkanton Gebürg) eingenommen und wenige Tage später in Brand gesetzt, das Heer bezog am 2. Juli Quartier beim benachbarten Hollfeld. Ein schwelender Konflikt mit Amtmann Konrad Schott von Schottenstein auf der Burg Streitberg bei Streitberg eskalierte nicht. Am 7. Juli lagerte das Heer bei Marktleugast und brannte die beiden Burgen Alt- und Neuguttenberg (12, 13) am darauffolgenden Tag nieder. Eine Abordnung, die ihr Lager in Sparneck aufgeschlagen hatte, zerstörte am 10. Juli Burg Gattendorf (16), während alle weiteren nahe beieinander gelegenen Sparnecker Burgen bis zum 12. Juli (14, 15, 17, 18, 19?) zerstört wurden. Ein weiterer Sitz der Sparnecker, Schloss Stockenroth, war bereits vorher abgebrannt und nur aus diesem Grund kein Ziel des Bundes geworden. Der Adelssitz der Wirsberger in Glashütten wurde nicht angegriffen, obwohl Hans Thomas von Absberg auch dort Gefolgsleute hatte.http://www.glashuetten.de/?page_id=7 Ebenfalls nicht angegriffen wurde Burg Nordeck, Sitz des Bamberger Amtmanns Jörg von Wildenstein, obwohl dort der Nürnberger Kaufmann Balthasar Baumgartner 1522 gefangen gehalten wurde. Wilhelm von Reitzenstein: Noch einmal Burg Nordeck. In: Frankenwald und an angrenzende Gebiete – Monatsschrift für Heimatpflege und Wandern, Nachrichtenblatt des Frankenwaldvereins. Heft 7/8, Jahrgang 1929. S. 93. Die Burg wurde drei Jahre später im Bauernkrieg endgültig zerstört.

Entgegen der Politik seiner Vorgänger, die wie Albrecht I. Achilles räuberische Übergriffe seiner Vasallen gegenüber Kaufleuten der eher opportunistischen Reichsstadt Nürnberg fördertenKarl Heinz Kalb: Vom Wesen der Kriegsführung am Beginn der Neuzeit – Ihre Auswirkungen am oberen Main. In: Heimatbeilage zum Amtlichen Schulanzeiger des Regierungsbezirks Oberfranken. Bayreuth 1977. S. 34., bezog Markgraf Kasimir aus dem Hause Hohenzollern eine eher neutrale Position. Die Notwendigkeit der Sicherung des eigenen Gebiets zeigt sich in der Wartordnung von 1498.Hanns Hofmann: Der Wartturm – ein mittelalterliches Bauwerk. In: Kulturwarte – Monatsschrift für Kunst und Kultur, Heft 10/1986. Hof 1986. S. 262–267. Kasimir war in der Vergangenheit selbst ein Hauptmann des Bundes gewesen. Als sich in der Fünften Einungsperiode die Interessendurchsetzung Nürnbergs abzeichnete, erneuerte Kasimir 1522 seine Mitgliedschaft im Bund nicht. Verschiedene angegriffene oder bedrohte Ritter wandten sich in Schreiben an den Herzog von Sachsen Johann, er schaltete sich jedoch nicht in den Konflikt ein. Anfänglich war vom Bund eine Einmischung durch den Schweinfurter Einungsadel oder auch durch den verbannten Herzog Ulrich von Württemberg befürchtet worden, der systematische Kriegszug gegen die Rittersitze stieß jedoch zu keinem Zeitpunkt auf nennenswerte Gegenwehr. Angesichts der gewaltigen Übermacht waren alle wegen der Raubzüge gesuchten Ritter geflohen.

Am 17. Juli erreichte das Heer schließlich Nürnberg und zog in einer Siegesparade durch die Stadt. Zuvor war bereits etwa die Hälfte des Heeres aufgelöst worden. Eine sich weiter verkleinernde Truppe zog bis zum 22. Juli gegen vier weitere Burgen westlich und südlich von Nürnberg (20–23) im Ritterkanton Altmühl. Am 25. Juli meldeten sich auch die letzten Augsburger Söldner zurück.

Burg Vellberg Holzschnitt Transkript Standort und Hintergründe zentriert|220px I. Velberg / ligt ein meyl von Schwebischen Hall. Ist Wilhalms thayl abgebrochen vom Bunt. 1523• Die Burg Vellberg nahe Schwäbisch Hall war eine Ganerbenburg mit Besitz der Familie Vellberg. Sie wurde am 11. Juni von einer Abordnung um den Vellberger Teil abgebrochen. Wilhelm von Vellberg baute ihn in den Jahren 1543 bis 1546 wieder auf.

Burg Boxberg Holzschnitt Transkript Standort und Hintergründe zentriert|220px zentriert|220px II. Bocksperg bey Lauda gelegen hat hanns thoman / hans melchior / hans ulrich / all rosenberger zu gehort / ist am .XIIII. tag Junj vom Bunt eingenome(n) / am .XV. tag v(er)bre(nn)t Die Burg Boxberg (in Boxberg) im Besitz der Familie von Rosenberg wurde am 14. Juni besetzt und einen Tag später gesprengt. Die Burg war bereits 1470 schon einmal wegen der Raubzüge der Rosenberger von Kurmainz, Kurpfalz und dem Hochstift Würzburg zerstört worden. Sie wurde anschließend in ein pfälzisches Lehen umgewandelt. Im Kampf gegen den geächteten Melchior von Rosenberg 1523 fiel der Besitz an die Pfalz zurück. Nachdem Albrecht von Rosenberg 1547 nochmals seine Ansprüche auf Boxberg durchgesetzt hatte, wurde der Besitz 1561 endgültig an die Pfalz verkauft.http://www.boxberg.de/v2/index.php/zum-schlossberg

Untere Burg Unterbalbach Holzschnitt Transkript Standort und Hintergründe zentriert|220px III. Balbach Bey Morgatha gelegen / hat Rüd Sützelln zu gehort / Ist durch den Bunt / am .XVII. tag Junij verbrant worde(n). 1523. Die Untere Burg Unterbalbach (in Unterbalbach) im Besitz der Familie von Sützel wurde am 17. Juni niedergebrannt. Heute deutet fast nichts mehr auf diese Burg hin, allein ihr Standort kann in groben Zügen nachvollzogen werden.

Burg Aschhausen