In Griechenland trägt eine Reihe von Höhlen den Namen Katafygi (), hauptsächlich jedoch auf der Halbinsel Mani/Peloponnes. Im Griechischen bedeutet καταφυγή (katafygi) „Rückzugsgebiet, Zufluchtsort“.

Sechs der Höhlen befinden sich innerhalb von 40 Kilometern Luftlinie an der Westküste der Mani-Halbinsel. Die Beschreibung erfolgt von Nord nach Süd. Name ASM Ganglänge Lage Ort Präfektur Region K. Megali Madinia0362? Megali Madinia Messenien Peloponnes K. Mantagari0363? Kardamyli Messenien Peloponnes K. Vatsinidi0620? Kardamyli Messenien Peloponnes K. Selinitsas00363500 m Agios Nikolaos Messenien Peloponnes K. Trachilas2351? ? Trachila Messenien Peloponnes K. Dirou0287700 m Pyrgos Dirou Lakonien Peloponnes K. Dryopidas00851200 m Dryopida Kythnos Südliche Ägäis

Megali Madinia links|hochkant=0.7|mini|Eingang

Lage: Peloponnes/Messenien; in der Nähe von , ein Kilometer nordwestlich von Megali Madinia ().

Mantagari Lage: Peloponnes/Messenien; in der Nähe von , nordwestlich von Kardamyli (). Es handelt sich um eine horizontale Höhle.

Vatsinidi mini|Schacht / See

Auch: Katafygi Kardamylis

Lage: Peloponnes/Messenien; , 3,6 Kilometer südlich von Kardamyli () 250 Meter nördlich der Fonias-Bucht ().

Der Haupteingang befindet sich in einer Doline, der zweite oberirdische Zugang ist ein Schacht. Die Höhle ist durch ein etwa 20 Meter tiefes „ertrunkenes“ Portal mit dem Meer verbunden. Die Höhle umfasst 2400 m², davon sind 1100 m² ein See.

Die erste Beschreibung erfolgte durch Ioannis Petrocheilos in den frühen 1950er Jahren. Versinterte Steinmauern belegen die jahrhundertealte Benutzung.S. 137

Selinitsas links|mini|Eingang

Lage: Peloponnes/Messenien; , 3,5 Kilometer südlich von Agios Nikolaos ().

Fundstätten von menschlichen Knochen und schwarzer Tonware bezeugen die frühere Bedeutung als Kultstätte oder Schutzort.S. 26–27

Mit einer Gesamtlänge von vier Kilometern ist das Drakos-Selinitsa System die viertlängste Höhle Griechenlands (Stand 2005).

Trachilas Lage: Peloponnes/Messenien; etwa 2,5 Kilometer südlich von Trachila ().

Die Höhle besteht aus drei Etagen; der Eingang ist durch eine Schutzmauer versperrt.S. 136–137

Dirou Lage: Peloponnes/Lakonien; , bei Pyrgos Dirou () unterhalb von Areopoli ().

Eine der drei Höhlen von Pyrgos Dirou (neben Glyfada und Alepotrypa). Die Höhle besteht aus zwei Etagen; der Eingang ist durch eine Mauer mit Schießscharten verschlossen. Die Gänglänge beträgt 700 Meter bei einer Fläche von 2700 m².S. 135–136 Die Verwendung der Höhle ist seit der Jungsteinzeit bis heute belegt; vor allem während der Zunahme der Piraterie unter Osmanischer Herrschaft.

Dryopidas mini|Schauteil

Lage: Kykladen/Kythnos; in der Nähe von bei der Ortschaft Dryopida in der Nähe von Fires ().

Im Gegensatz zu den anderen Katafygi-Höhlen ist die Katafiki Dryopidas keine Tropfsteinhöhle; Speläotheme (mit Ausnahme einiger weniger Sinterfahnen) fehlen gänzlich. Die Befahrung durch den sächsischen Geologen Karl Gustav Fiedler gilt als erste wissenschaftliche Beschreibung einer Höhle in Griechenland.

Die Ganglänge beträgt 1200 Meter. Ein Teil der Höhle diente von 1908 bis 1939 als Eisenerzmine und ist als Schauhöhle eingerichtet.S. 148–149

Literatur

Einzelnachweise

Giorgos A. Papathanasopoulos: Die Höhlen von Dirou. Publikationen des Zentrums für neolithische Studien Dirou, Athen 2008, S. 13 (griechisch) Republik Griechenland - Ministerium für Tourismus - Griechische Zentrale für Fremdenverkehr: . Abgerufen am 22. Oktober 2009

Anmerkungen ASM: Höhlenkataster der griechischen spelälogischen Gesellschaft ESE (

Weblinks Katafigi Vatsinidi – floating on an underground sea (Thomas Gramanitsch, englisch) Kataphygi Selenitsa – The Last Refuge (Thomas Gramanitsch, englisch) Katafygi Trachilas – fortress and refuge (Thomas Gramanitsch, englisch)

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